Description
Als der Versuch gemacht wurde, die zur Herstellung der Arzneizubereitungen dienenden Methoden der pharmazeutischen Industrie zum erstenmal systematisch zusammenzufassen, entstanden durch das Verhltnis der Apotheke zur phar- mazeutischen Industrie bedingte gedankliche Schwierigkeiten, welche zwar den auf diesem Gebiete ttigen Praktikern mehr oder weniger bereits frher zum Bewutsein gelangten, aber sich hier mit einer besonderen Schrfe in den Vorder- grund drngten. Whrend in frheren Zeiten die Apotheke die Alleinherstellerin der Arznei- mittel und Arzneizubereitungen war, vernderte sich die Lage mit der Entwick- lung der pharmazeutischen Industrie und der Arzneizubereitungen grndlich, indem die Apotheke mehr und mehr eine Verkaufsorganisation der Industrie wurde. Dies sagt zur Zeit nur so viel, da ein bedeutender Teil des Apotheken- umsatzes heute aus der Ttigkeit als Wiederverkuferin hervorgeht. Wenn es auch verstndlich ist, da der Apotheker aus Standesinteresse den Vorsto der Industrie abzuwehren und die Herstellung der Arzneizubereitungen auf die Apotheke zu beschrnken sucht, bleibt es Tatsache, da derselbe Apotheker aus individuellen wirtschaftlichen Grnden seinen Bedarf an Arzneimitteln und Arzneizubereitungen aus der Industrie zu decken gezwungen ist und dadurch ihrem Vorwrtsdringen Vorschub leistet. Dies hat nunmehr seine tieferen Grnde und schwerwiegende Folgen, welche heute oder morgen weitgehendst berck- sichtigt werden mssen. Die in den letzten Jahrzehnten erfolgte mchtige Entwicklung der synthe- tischen Chemie bereicherte unseren Arzneischatz mit einer ganzen Reihe von wertvollen Produkten, welche das gesamte Bild der Arzneibehandlung voll- kommen umgestaltete.




